Ich habe jahrelang versucht, von Menschen gemocht zu werden, die ich selbst nicht einmal besonders sympathisch fand.
Ja, wirklich.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob ich freundlich genug war. Ob ich etwas Falsches gesagt hatte. Ob mein Gegenüber mich vielleicht komisch fand.
Ich habe mich angepasst, obwohl ich eigentlich anderer Meinung war. Habe gelächelt, obwohl ich mich unwohl gefühlt habe. Und habe versucht, einen guten Eindruck bei Menschen zu hinterlassen, mit denen ich selbst gar nicht unbedingt Zeit verbringen wollte.
Rückblickend frage ich mich manchmal: Warum eigentlich?
Warum war es mir so wichtig, was diese Menschen über mich dachten?
Und warum habe ich mir so selten die Frage gestellt, was ICH eigentlich über sie denke?
Warum wollen wir eigentlich immer von allen gemocht werden?
WENN DU STÄNDIG DARÜBER NACHDENKST, WAS ANDERE ÜBER DICH DENKEN
Kennst du das? Du bist auf einer Feier, bei einem Elternabend oder mit Kolleginnen beim Mittagessen. Eigentlich möchtest du einfach nur eine schöne Zeit haben.
Aber während du dich unterhältst, läuft in deinem Kopf ein ganz anderes Programm ab:
„War das jetzt eine blöde Bemerkung?“
„Warum hat sie gerade so komisch geguckt?“
„Hätte ich lieber etwas anderes sagen sollen?“
„Hoffentlich findet sie mich nicht unsympathisch.“
Und wenn du wieder zu Hause bist, geht es weiter. Du gehst einzelne Gespräche noch einmal durch und überlegst, ob du zu viel erzählt hast, zu wenig oder vielleicht irgendwie komisch gewirkt hast.
Dabei hast du möglicherweise gar nicht bemerkt, dass du dich während des gesamten Treffens selbst kaum gefragt hast, ob DU dich eigentlich wohlfühlst.
Du warst so sehr damit beschäftigt, auf andere zu achten, dass du dich selbst aus den Augen verloren hast.
1. SCHRITT | HOL DEINE AUFMERKSAMKEIT ZURÜCK ZU DIR
Wenn du merkst, dass du wieder darüber nachdenkst, wie du gerade auf andere wirkst, unterbrich diesen Gedanken ganz bewusst.
Frag dich stattdessen: Wie fühle ICH mich gerade? Was brauche ICH? Und möchte ICH eigentlich gerade hier sein?
Vielleicht merkst du, dass du müde bist. Dass dich das Gespräch anstrengt. Dass du eigentlich anderer Meinung bist. Oder dass du dich mit diesem Menschen schlicht nicht besonders wohlfühlst.
Genau darum geht es: Deine Aufmerksamkeit nicht ständig darauf zu richten, was im anderen vorgehen könnte, sondern wieder wahrzunehmen, was gerade in dir passiert.
Du musst nicht kontrollieren, was andere über dich denken. Aber du kannst lernen, wieder besser auf dich selbst zu hören.
2. SCHRITT | VERWECHSLE DEINE GEDANKEN NICHT MIT FAKTEN
Stell dir vor, du erzählst etwas und dein Gegenüber reagiert kaum darauf. Sofort denkst du: „Oh Gott, sie findet mich bestimmt langweilig.“
Halt an dieser Stelle kurz inne und frag dich: Was weiß ich gerade wirklich?
Die Tatsache ist: Sie hat kaum reagiert.
Alles andere ist deine Interpretation.
Vielleicht ist sie müde. Vielleicht ist sie mit ihren Gedanken woanders. Vielleicht interessiert sie das Thema tatsächlich nicht besonders.
Aber selbst dann musst du ihre Reaktion nicht reparieren.
Du musst nicht interessanter, lustiger oder angepasster werden, nur damit jemand positiv auf dich reagiert.
"Die wichtigste Frage ist nicht: Magst du mich?
Sondern: Mag ich, wie ich mich mit dir fühle?"
3. frag dich: mag ich diese person überhaupt?
Das ist für mich der wichtigste Perspektivwechsel überhaupt.
Wenn du merkst, dass du unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen möchtest, dreh die Frage einmal um.
Statt: „Mag sie mich?“
frag dich:
„Mag ich sie?“
Fühle ich mich wohl in ihrer Gegenwart?
Kann ich ich selbst sein?
Kann ich anderer Meinung sein, ohne sofort nervös zu werden?
Fühle ich mich nach unserem Treffen gut – oder eher klein, angespannt und erschöpft?
Denn du bist nicht mehr 16 und musst nicht unbedingt am beliebtesten Tisch sitzen.
Du darfst heute selbst entscheiden, wen du überhaupt an deinen Tisch setzen möchtest.
Und vielleicht ist genau das Selbstbewusstsein: Nicht davon auszugehen, dass jeder Mensch dich mögen muss – sondern darauf zu vertrauen, dass du selbst entscheiden kannst, welche Menschen dir guttun.
Was ich ab Mitte 40 verstanden habe
Irgendwann ab Mitte 40 hat sich bei mir etwas verändert.
Ich habe gemerkt, wie viel Energie ich jahrelang darauf verwendet habe, darüber nachzudenken, wie ich auf andere wirke.
Bin ich sympathisch?
War ich freundlich genug?
Habe ich etwas Falsches gesagt?
Warum war sie plötzlich so komisch zu mir?
Heute interessieren mich andere Fragen viel mehr:
Wie fühle ich mich mit diesem Menschen?
Kann ich in seiner Nähe ich selbst sein? Muss ich aufpassen, was ich sage? Fühle ich mich gesehen und ernst genommen? Oder gehe ich nach einem Treffen nach Hause und fange sofort an, jedes Gespräch auseinanderzunehmen?
Und vor allem:
Möchte ich diesen Menschen überhaupt in meinem Leben haben?
Das klingt so selbstverständlich. Für mich war es das lange nicht.
Ich dachte viel zu oft darüber nach, ob andere mich mögen – selbst bei Menschen, die ich selbst gar nicht besonders mochte.
Heute sehe ich das anders.
Ich muss nicht mehr überall dazugehören. Ich muss nicht von jedem gemocht werden. Und ich muss schon gar nicht versuchen, Menschen von mir zu überzeugen, bei denen ich mich selbst ständig unwohl fühle.
Das bedeutet nicht, dass mir egal ist, wie ich mit anderen umgehe. Im Gegenteil. Ich möchte respektvoll, freundlich und offen sein.
Aber ich möchte mich dafür nicht mehr selbst verlassen.
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten am Älterwerden: immer besser zu wissen, wer man ist – und gleichzeitig zu verstehen, dass nicht jeder Mensch einen mögen muss.
Ich möchte meine Zeit mit Menschen verbringen, bei denen ich nicht permanent darüber nachdenken muss, wie ich wirke.
Menschen, bei denen ich lachen, widersprechen, still sein, meine Meinung ändern oder auch einmal etwas Ungeschicktes sagen kann.
Und deshalb ist für mich heute eine Frage viel wichtiger als:
„Was denken die anderen über mich?“
Nämlich:
„Wie geht es mir eigentlich mit ihnen?“
Und wenn du merkst, dass du trotzdem nach Gesprächen immer wieder ins Grübeln kommst, jede Reaktion analysierst und dich fragst, ob du etwas Falsches gesagt hast, dann habe ich etwas für dich.
Ich habe eine kostenlose 10-Minuten-Audioübung „Raus aus dem Gedankenkarussell“ aufgenommen, die dir helfen kann, aus diesem Kreisen im Kopf wieder auszusteigen und zurück zu dir zu kommen.
Hier kannst du dir die kostenlose Audioübung holen.


Wie ich dich unterstützen kann
Wenn du dich hier wiedererkennst und nach Gesprächen häufig noch lange darüber nachdenkst, was du gesagt hast, wie du gewirkt hast oder was andere über dich denken, dann fang genau hier an.
Ich habe für dich eine kostenlose 10-Minuten-Audioübung aufgenommen, die dir hilft, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen und deine Aufmerksamkeit wieder zurück zu dir zu holen.

